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    Hippie-Maler: Probleme mit Händen und Füßen

    Von REINER ZÜLL, 19.01.06, KSta.de

    Kall - Die Besucher der Prinzenproklamation der „Löstige Bröder“ werden wieder eine prächtige Bühnendekoration vorfinden.

     

    Kall - Der Entwurf stammt von dem Kaller Orthopädie-Schuhmachermeister Rolf Esser, und auch die beiden Gehilfen, Michaela Kreuser und Udo Schmidt, die Esser beim Zeichnen und Ausmalen der karnevalistischen Kulisse zur Seite stehen, haben alles andere als den Beruf des Bühnenbildners gelernt.

    Als Kfz-Meister, der auf dem Vellerhof bei Blankenheim die Schlosserei leitet, hat der Kaller Vorjahresprinz Udo Schmidt in seinem Arbeitsalltag absolut nichts mit der Malerei am Hut. Michaela Kreuser, Tochter des „Löstige-Bröder“-Vereinswirtes Dieter Forner, ist von Beruf Bauzeichnerin. Doch auch dieser Job hat mit der großflächigen Bühnenbildnerei wenig zu tun.

    Mit imposanten Bühnengemälden überraschen die drei närrischen „Pinselartisten“ die Besucher der Karnevalsveranstaltungen in Kall immer wieder aufs Neue. Rolf Esser setzt schon seit sieben Jahren auf die künstlerische Begabung und die Hilfe von Schmidt und Kreuser. Michaela ist bereits seit elf Jahren dabei, wenn es heißt, vor Karneval das jährliche Narrenmotto als Bühnenbild in Farbe umzusetzen.

    Man könnte den Kunststil der Kaller „Farb- und Pinsel-AG“ getrost als Expressionismus bezeichnen, aber auch nur deshalb, weil Esser & Co. während des dreiwöchigen Pinseleinsatzes in der Bürgerhalle allabendlich unzählige Tuben mit Tönungsfarben auspressen müssen. Die eifrigen Pinselquäler vergleichen sich auch keinesfalls mit großen Namen malender Künstler, denn das Bühnenbild, so Esser, habe keinen Anspruch auf Perfektion. Das Trio habe vor allem Probleme beim Malen von Menschen, gesteht der Orthopädie-Schuhmachermeister: „Me könne keen Fööss un keen Hänk mole.“

    „Flower Power“

    Schon bei der Auswahl des Mottos beweisen die „Löstige Bröder“ seit ihrem Neubeginn im Jahr 1991 Ideenreichtum. „Hüttenzauber“, „Circus von Calli“, „Callywood Movie World“ oder „Südseezauber“ sind nur einige Motti, die sich durch die ganze Session ziehen und sich in der Kostümierung der Narren bei der Prinzenproklamation und im Karnevalszug widerspiegeln.

    In diesem Jahr stehen die 70er-Jahre im Mittelpunkt des närrischen Geschehens. „Flower Power, Peace und Love - Mir Hippies rofe Kall Alaaf“ lautet deshalb das Motto, auf das sich die Organisatoren schon im Sommer geeinigt hatten.

    Sobald das Leitwort feststeht, arbeitet Rolf Esser den Entwurf für den Gesellschaftsorden aus, an den sich auch der Entwurf für das elf Meter breite und fünf Meter hohe Bühnenbild anlehnt. Es besteht aus der drei Meter hohen Hauptkulisse, dem Motto-Spruchband, der Bühnenumrandung sowie der Verkleidung des Elferratstisches.

    Seit drei Wochen sind Rolf Esser, Michaela Kreuser und Udo Schmidt mit der Fertigstellung des „Flower-Power“-Kunstwerks beschäftigt. Bis zur Prinzenproklamation am kommenden Samstag werden sie rund 200 Arbeitsstunden in die Kulisse investiert haben. Die Farbe, so Esser, sponsert ein Kaller Malermeister. Wie spar- und sorgsam die fleißigen Bühnenmaler mit dem Material umgehen, zeigt die Tatsache, dass sie in den vergangenen sechs Jahren nicht einen einzigen neuen Pinsel kaufen mussten. „Die werden nach jedem Gebrauch ordentlich sauber gemacht“, sagt Rolf Esser.

    Vor der farbenfrohen Kulisse der langhaarigen Zeitgenossen aus den 70er-Jahren werden am Samstag alle Elferratsmitglieder als Hippies kostümiert sitzen. Für die Proklamationssitzung gibt es im Schreibwarengeschäft Stremplat und an der Abendkasse noch einige Restkarten.

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